Tagebuch - Ehrenamt - Teil 15

24.10.19 - Integrationstalk

heute war es schwierig, sie kamen recht spät, viele haben jetzt Jobs im Camp und können nicht früher, manche sind davon so müde, dass sie
erst mal schlafen müssen. Aber immerhin am Ende waren es 10. Jemen, Ägypten, Tansania, Kongo. 8 Männer, 2 Frauen.

Es ist nicht einfach bei mehreren Sprachen und  entsprechenden Übersetzungen Ordnung rein zu bringen. Von Englisch ins
Arabische, oder ins Deutsche, und ins Französische. Nicht jeder kann Englisch.

Themen:

Mülltrennung in Deutschland - ahaaaaa

Was für einen Status kann ein Flüchtling haben? Die meisten Ihnen sind keine Asylbewerber, sondern Kriegsflüchtlinge oder Migranten aus
verschiedenen Gründen und hier nur eine Duldung haben und war eingeschränkterSchutz bedeutet. Und dass Kriegsflüchtlinge zurück müssen, wenn der Krieg vorbei ist.

"und was ist, wenn ich schon 5 Jahre da bin und Arbeit habe?" das schützt nicht vor Rückführung.

Frage, wer denn für die Kosten der Migranten aufkommt. Wir alle (Deutschen) mit unseren Steuern. Sie waren der Meinung, das würde von den
Vereinten Nationen bezahlt.

Und immer wieder Wohnungssuche. Wohnraum ist knapp, auch  Deutsche müssen lange auf eine Wohnung warten und die Miete ist meist sehr
hoch. Bei der Frage nach meiner Miete: ich zahle die Hälfte meiner Rente für die Wohnung.

Beliebtheitsskala bei den deutschen Vermietern:

Gut verdienende Deutsche ohne Kinder

....  mit einem Kind

.... Mit 2 Kindern

Mehr müssen es nicht sein.

EU-Ausländer mit gutem Einkommen (Kinderstaffelung
entsprechend)

Europäer. Christen

Deutsche allgemein

Andere Christen, natürlich bis hierher alle mit weißer Haut

Flüchtlinge, weiß, Christen (max. 2 Kinder)

Andere Flüchtlinge, Christen (max. 2 Kinder)

Andere Flüchtlinge Muslime (max. 2 Kinder)- Frauen mit
Kopftuch

Afrikanische Flüchtlinge, Christen (max. 2 Kinder)

Afrikanische Flüchtlinge, Muslime

Sie sollen  versuchen, Vermieter zu finden, die selbst
Migrationshintergrund haben. Und es gibt natürlich immer positive Ausnahmen.

Sprachkenntnisse sind immer ein Thema - Staffelung; A1.1/A1.2/A2.1/A2.2, B1/B2/C1/C2/C3 - für einen Job min. B1 besser B2, für ein
Studium C1/2. Gute Sprachkenntnisse dienen auch der eigenen Sicherheit, Warnungen verstehen, Warnschilder lesen können. Ist auch eine Frage des
Versicherungsschutzes.

Dann habe ich angesprochen, dass sich bei der Arbeitserlaubnis etwas tun soll. Ich werde nach dem Tag in Passau am 09.11.
genauer darüber berichten.

Morgen bin ich auf einer Info-Veranstaltung der Caritas über Wanderungsbewegung. Auch darüber werde ich dann berichten. Einer wollte wissen,
wie er von Deutschland aus nach Kanada kommen kann und was die Voraussetzungen sind. Ein bisschen konnte ich hier weiterhelfen.

Mal sehen, was ich morgen erfahre.

Ich habe sie gebeten, Werbung für unsere Kurse zu machen. Es kommen max. 30, es leben aber 300 im Camp.

Wir sollen doch bitte den Sozialarbeitern Info-Material geben. Zur Zeit wären da 2 sehr nette, die würden das sicher weitergeben.
Anschläge an Türen sind nicht der große Renner. Ich bin mit ihnen nach draußen und habe ihnen die Anschläge gezeigt. Da kommen sie aber nur hin, wenn sie diese Kurse besuchen. Dann müssen sie aber vorher davon wissen. Einige waren noch nie im Kurshaus. Ihnen fehlt dann die Info.

Ich habe vor ein paar Tagen einen Sozialarbeiter  kennengelernt, der wusste auch nichts von unseren Angeboten.

R-. hat noch mal darauf hingewiesen, dass am besten die persönliche Einladung ist. Er bemüht sich sehr, stößt aber auch an Grenzen.
Zuerst waren nur 3 da, die haben dann die anderen angerufen.

Dann haben wir über das Rentensystem gesprochen. Das kam dadurch, dass ich gesagt habe, 2 Kinder wären genug. Gerade, wenn sie ihren
Kindern eine gute Ausbildung bezahlen wollen. Sie müssen beachten, dass sie hier für ihre Rente monatlich vom Gehalt was abführen müssen. Und nicht gerade wenig. Ich habe mich gar nicht getraut, ihnen zu sagen, wie gering die Rente mal sein wird. Und sie müssen mindestens 35 Jahre eingezahlt haben. Für einige von ihnen gar nicht mehr machbar.


Manche Tage sind nicht so einfach. Und dann habe ich von einer Kollegin erfahren, dass einer meiner Schützinge, der vor 2 Wochen einen Transfer hatte,  in der Psychiatrie ist, weil einen Sicherheitsmann angegriffen hat. Ich werde morgen die Klinik in Agatharied anrufen. Die Kollegin vor Ort hatte auch schon festgestellt, dass er schwer traumatisiert ist.

25.10.19

Am späteren Nachmittag habe ich mit der Klinik telefoniert. Man hat mich mit dem jungen Mann verbunden, er war aber so ruhig gestellt, dass ich gar nicht weiß, ob er verstanden hat, wer am Apparat ist. Sein Handy hat man ihm abgenommen. Aus Datenschutzgründen durfte man mir leider keine Auskunft geben, die Leute waren aber sehr nett. Ich habe S. meine Festnetznummer hinterlassen, er darf mich immer anrufen. Er sollte nur wissen, dass ich ihn nicht fallen lasse.

Vormittag - Weiterbildung: Flüchtlinge - Weiterwanderung und Rückkehr.

ein schweres Thema. Es gibt Möglichkeiten nach Canada oder in die USA auszuwandern. Wahnsinniger Papierkrieg, man braucht "Sponsoren" oder Familienmitglieder, die den Nachzug beantragen müssen. Kann bis zu 12 Jahren dauern. Min. aber 3 Jahre. Kann man niemand empfehlen.

Australien kann man vergessen, es ist niederträchtig, was da gemacht wird.

Aber auf jeden Fall habe ich jetzt jede Menge Adressen bekommen, an die ich mich um Hilfe wenden kann und manche Halbwahrheiten wurden aufgeklärt.


In den nächsten Wochen stehen so viele Termine an. 28.10. - Runder Tisch - Landkreis - Ehrenamt mit Ehrung; 07.11. - Mitgliederversammlung Arbeitskreis Asyl (das erste Mal, dass ich eingeladen bin); 09.11. 4. Asylgipfel in Ostbayern, Passau - ganzer Samstag. Ticket habe ich mir heute gekauft.

(Wichtiges Thema: Wie sieht es mit Arbeitserlaubnissen aus? - Hoffentlich raste ich nicht aus, es ist zum Heulen. 13.11. abends Info-Abend Caritas " wie umgehen mit psychischen Erkrankungen bei Geflüchteten" - das ist im Moment wieder sehr aktuell.

Am 16.11. ist der nächste Stadtspaziergang. Mal sehen, wie das Wetter wird

27.10.19

Gestern habe ich mich mit meinem "Enkel" getroffen. Er tut mir leid, Oma ich mache alles, ich habe nie Kontakt mit der Polizei gehabt, aber  jetzt hänge ich schon 3 Jahre hier rum. Schule, Praktika alles. Die erforderlichen Papiere gebracht, Lehrstelle wird seit 1 Jahr für ihn frei gehalten.

Dann gab es ein Missverständnis mit der Schule. Er hat eine Aufforderung bekommen, wieder in die Berufsintegrationsschule zu gehen. Hat sich als Missverständnis aufgeklärt. Er könnte aber mit Hilfe der Schule evtl. einen Übergangs"arbeitsplatz" bekommen. Gestern kam dann der Zusammenbruch. Wir saßen im Cafè und plötzlich flossen die Tränen. So ein starker junger Mann. Meine Schwester kam dann und hat ihn auch noch in die Arme genommen. Ich weiß jetzt nicht, wie weit der Trost 2er  alter Weiber geholfen hat. Aber besser als nichts.


Dann hat mich der junge Mann aus Sierra Leone, der jetzt in der Psychiatrie ist, auch angerufen. Aber es ist sehr schwer mit ihm zu sprechen, so stark steht er unter Medikamenten. Aber er weiß nicht warum er dort ist. Er kann sich an nichts erinnern.

Ich habe meine Email-Adresse hinterlassen, wenn irgendwas ist, kann mich das KH anmailen.


Auf dem Wochenmarkt habe ich viele aus meinem Integrationstalk getroffen, sie waren mit ihrer Lehrerin da. Einkaufen üben.

28.10.19 Runder Tisch in Mühldorf mit dem Landrat, der Bürgermeisterin und allen Instutionen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit der Migration beschäftigen.

Normalerweise wäre ich da nicht hingefahren, aber es hat geheißen, das die Ehrenamtler, die vor  einiger Zeit (nach 4 Jahren!!!) die Ehrenamtskarte bekommen haben, auch vom Landrat geehrt werden sollen. Also bin ich mit Kollegen dahin - richtig aufgebretzelt. Der Landrat sagte, dass er nicht viel Zeit habe und bald wieder weg muss. Dann wurde so einiges erklärt, neue Gesetze usw. Ja und dann war es vorbei. Nix mit Ehrung, wurde wohl vergessen. Unser 2. Bürgermeister, der auch da war - er leitet hier bei uns den Arbeitskreis Asyl - meinte dann aber, dass er auf jeden Fall darauf hinweisen möchte, was in Waldkraiburg im Ehrenamt geleistet wird und speziell meinen Einsatz wollte er hervorheben. Ich habe dann gleich die Gelegenheit genutzt, ihn zu bitten mir noch mal beim KJR den 9-Sitzer für 2 Ausflüge im November zu organisieren. Ja macht er, inzwischen habe ich schon das ok. Bin ja froh, dass meine Schwester, die nix von Ehrenämtern hält (soll der Staat machen), ja doch im Ehrenamt engagiert ist. Sie z.B. macht Altweiberturnen ehrenamtlich. Und für meine Fahrten brauch ich sie auch, ich habe keinen Führerschein und sie hat große Erfahrung im Fahren soll großer Autos.

Allerdings muss ich auch sagen, dass sich der Landrat, der leider nächstes Jahr nicht mehr antritt, sehr für unsere Belange einsetzt und der Asylproblematik sehr positiv gegenüber steht. Unser Landkreis ist einer der aufgeschlossensten in  Bayern. Mir immer noch nicht genug. Aber ok.

29.10.19 - Computerklassenzimmer

Es waren nicht viele da. 4 junge Männer aus dem Jemen, Jordanien, Brasilien und 2 Buben aus Afghanistan

Ich lasse sie ja nicht nur vor dem Laptop sitzen, sondern erkläre immer irgendetwas besonderes. Gestern: Wie tickst denn Du? Niemand kannte das Wort "ticken", auch nicht in Verbindung mit der Uhr und dem Wecker, heute tickt ja auch kaum noch was.

Dann bietet der Kreis Asyl auch die Möglichkeit an, in einer eigens eingerichteten Küche, Gerichte aus der Heimat zu kochen. Vor ca. 14 Tagen ist aber der Mixer verschwunden - Eigentum der Ehrenamtlerin, die 5 Tage in der Woche jeweils für 4 Stunden die Küche betreut. Seitdem ist die Küche zu und sie hat einen Zettel an die Türe macht, dass wieder geöffnet wird, sobald der Mixer wieder da ist.

Es sind auch die Teller und Töpfe im Laufe der Zeit weniger geworden.

Gestern hat mich also einer meiner "Studenten" gefragt, wann die Küche wieder aufmacht. Antwort: Wenn der Mixer wieder da ist.

Aber er hat doch so Hunger, und das Essen im Camp ist so wenig und schlecht. Antwort: es ist nicht schlecht, es ist ungewohnt. Er sollte schon mal anfangen, sich an unser Essen zu gewöhnen. Muss ja nicht sein Lieblingsessen werden. Diese Sippenhaft versteht er nicht.

Sollte er aber. Die Kriegsparteien im Jemen nehmen doch alle Jemeniten in "Sippenhaft", oder wollte er den Krieg?

Er hat mich nun gebeten, zu meiner Kollegin Kontakt aufzunehmen, damit er mit ihr sprechen kann, wie das Problem zu lösen sein könnte.

Ich habe sie heute angeschrieben und gebeten, dass sie morgen zum Integrationstalk kommt. Ich sage dann auch dem jungen Mann Bescheid.

31.10.19

Heute morgen habe ich wieder den jungen Mann (S.K.) aus Sierra Leone in der Psychiatrie angerufen. Er sagt immer die selben Sätze, ist komplet ruhig gestellt. Ich habe das Gefühl an einem Heilungsprozess wird da nicht gearbeitet. Ehrenamtler aus der Region haben mir gesagt, dass in der Klinik absoluter Mitarbeitermangel herrscht. Außer Tabletten zu geben, wird da nichts gemacht. So ein Klinikaufenthalt kostet min. 6000 €/Monat. Das ist rausgeschmissenes Geld, wenn er dann genauso traumatisiert entlassen wird und nieman weiß, was noch passiert.

Integrationstalk

Themen heute (Teilnehmer ca. 20)

Halloween - war auch ursprünglich christlich, wurde aber von Coca Cola und der USA einverleibt. Ist hier kein Feiertag, aber ein gutes
Geschäft für die Süßwaren-Industrie.

Erklärung: Als die Iren in die USA auswanderten, hatten sie diesen Tag im Gepäck und zwar gab es einen Mönch, der nicht ganz so fromm war,
wie erwünscht. Nach seinem Tod durfte er abwechselnd in den Himmel und musste dann wieder in die Hölle. Himmel = süß, Hölle ist bitter, bzw. sauer.

Daher "Süßes oder Saures" - ich hatte auch Süßigkeiten dabei.

Reformationsfest - Luther wollte etwas gegen den Freikauf von Sünden machen, Leuten aufs Maul schauen und zum besseren Verständnis hat er
die Bibel übersetzt. Vorher war sie auf Lateinisch, dasselbe Problem wir heute mit dem Kor'an, alles auf arabisch.

So aber entstand neben der katholischen Kirche die evangelische - also gibt es 2 Hauptkirchen. Siehe im Islam Schiiten und
Sunniten und einige mehr. (dass es noch viele Jahre gedauert hat bis sich Katholiken und Protestanten akzeptiert haben, hatte ich weggelassen)

Anmerkung: Ich wusste gar nicht, wieviel Wissen noch gespeichert ist, auch wenn mich die Kirche absolut nicht mehr interessiert.


Dann habe ich von dem Workshop am letzten Freitag in Mühldorf berichtet. Weiterwanderung von Migranten nach USA oder Kanada
(Australien kann man gleich abhaken - unmenschlich). Aber ohne einen Superjob, reichen Verwandten gibt es kaum Chancen. Schon gar nicht in die USA.

Vom Antrag bis zur Ausreise können  bis zu 12 Jahre vergehen.

Aufgrund der kürzlichen Attacke im Camp 2er meiner Teilnehmer habe ich darauf hingewiesen, dass sie Ruhe bewahren sollen, einfach
weggehen, wenn ihnen einer dumm kommt. Und gut überlegen, ob sie wirklich die Polizei rufen wollen.

Dann war das Thema der Diebstahl des Mixers in der Küche.
Meine Kollegin ist auf meine Bitte hin  auch dazu gekommen und hat noch mal ihre Meinung dazu gesagt. Sie würden alle gerne wieder kochen, sie haben Hunger und das Essen im Camp schmeckt nicht. Ja mei.

Aber sie braucht auch dringend einen neuen Herd und noch so einiges mehr. Geldspenden werden gerne angenommen

Neues und immer gleiches Thema: Armut bei Flüchtlingen und die geringe Chance  für ihre Kinder, wenn sie ihnen keine gute Ausbildung bezahlen können. 2 Kinder reichen. In die Rentenversicherung einzahlen und noch für viele Kinder sorgen, rechnet sich nicht, vor allen Dingen für die Kinder.

Das ist ein schwieriges Thema. Geht komplett gegen ihre Kultur.

Dunkle Kleidung, dunkle Gesichter - im Winter nicht so ideal. Leuchtstreifen besorgen.

Und immer wieder: pünktlich kommen!!!!!!!!! Ich warte nicht.

Dann erklärt, was es heißt: "Du tickst doch nicht richtig". Hat Spaß gemacht und haben sich alle aufgeschrieben.

Ausflug am 23./24.11. - jeweils 7 Personen, Abfahrt 9 Uhr - PÜNKTLICH - R. organisiert das. Die schon am längsten da sind und daher am
ehesten mit einem Transfer rechnen müssen, werden bevorzugt mitgenommen. Dieses Mal auch mit Frauen. Auch hier "Ladies first"

Vielleicht einen Tag an den Chiemsee und einen Tag nach Burghausen, zur längsten Burg der Welt.

Bei Schnee fällt es aus. In 14 Tagen bekomme ich von ihm die Namen. Da heute mehr als 14 da waren, gab es gleich eine Mordsdiskussion -  armer R.

Ich mach  das wieder gut. Er kommt am Montag am  frühen Nachmittag zu mir, ich soll für ihn mit seiner Anwältin telefonieren. Mach ich.

Am Nachmittag gehe ich dann mit einem Jemeniten, der schon hervorragend Deutsch spricht, einen Studienplatz in München  hat, aber C1
nachweisen muss, zu meinem Kollegen, der ehemaliger Gymnasiallehrer ist und schon einige zu B2 gepuscht hat. B2 hat er  schon, vielleicht kann  ihm
U. weiter helfen.

Ach ja und Süßigkeiten für Halloween hatte ich auch dabei.

04.11.2019

Arbeitserlaubnis, bzw. Annahme des Ausbildungsplatzes für meinen "Enkel". Heute kam die Nachricht von der Ausländerbehörde (auf Nachfrage des Anwaltes), dass immer noch nichts entschieden ist. Es war ihm eine Erlaubnis bis Mitte/Ende Oktober zugesagt. Aber nun hat sich ja leider inzwischen das Gesetz wieder geändert. Kann sein, dass ihm seine ganze Mitarbeit nichts nützt und er trotzdem keine Arbeitserlaubnis bekommt.

Wir zahlen lieber für arbeitswillige Menschen, statt dass sie sich ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten dürfen.

Wer holt mich runter vom Baum? Ich bin so wütend. Scheiß Re......


für 16 Uhr 45 war ich mit einem Jemeniten verabredet. Wir sind zusammen zu meinem Kollegen, der ihn  Richtung C1 puschen soll. Mal sehen, was daraus wird.

Der Fußballer aus Uganda nimmt ja auch an dem Unterricht teil und so haben wir uns da getroffen, er hat mir selbst gemachtes Schmalzgebäck mitgebracht. Richtig gut.

Um 14 Uhr war ein Ägypter bei mir, der Hilfe bei der Kontaktaufnahme zur Anwältin in München braucht. Gar nicht so einfach, einmal hatte er das AZ nicht dabei und zum 2. hieß es bei der Telefonnr., dass es sie nicht gibt. Also haben wir eine Mail geschickt. Er war gerade weg, da kam die Nachricht, dass man ihre Kollegin unter der Kanzleianschrift kontaktieren sollte, weil sie in Mutterschaftsurlaub ist. Dann habe ich versucht, die Email der Kanzlei herauszufinden. Hat nach langem Suchen im Internet auch geklappt. Die Tel. Nr. ist leider erst nächste Woche wieder erreichbar, Fehler der Telekom. Das  hat mich heute 2 Stunden gekostet.

05.11.19

habe gerade hier einiges geschrieben, jetzt ist es weg. Bleibt Euch viel erspart, denn nochmal will ich nicht.

Nur so viel Computerklassenzimmer war voll besetzt. So macht es Spaß.

07.11.19 - Integrationstalk


Talk war wieder gut besucht (12), auch wieder 2 neue. Aus Syrien und Jordanien. Es kommen jetzt schon wieder mehr Syrer.

Themen:

Für alle ganz wichtig: Arbeitsverbote, bzw. Arbeitserlaubnis

Sie sind auch immer noch davon ausgegangen, dass es nach 6 Monaten einen Transfer gibt. Nein, das kann bis zu 18 Monate dauern. Je
unsicherer der Status ist, umso länger.

Dann haben wir über die Geldkürzungen gesprochen. Leute mit einem Negativbescheid bekommen kein Geld mehr. Nur noch Sachleistungen. Diese
Leute können auch die Küche nicht mehr nutzen, weil sie kein Geld mehr für Lebensmittel bekommen

Dann habe ich noch mal erklärt, was wir an Steuern und Versicherungen bezahlen müssen. Daran denken, dass der Unterschied zwischen
Brutto - und Nettogehalt ganz erheblich ausfallen kann.

Sie konnten es nicht fassen, dass auch ich als Rentner Steuern und Krankenkasse bezahlen muss.

Sie haben dann die Sprache auf Beerdigungen gebracht und sich gefreut, dass jetzt auch in Deutschland "ohne Sarg" Beerdigungen für
Muslime erlaubt sind.

Was denn meine bevorzugte Beerdigung wäre? Verbrennen und dann die Asche in den Wind. Das konnten sie nicht fassen. Ob, das denn erlaubt
wäre?  in den Wind pusten geht nicht, aber auf jeden Fall anonym.

Und wie immer auf die Rückkehrhilfe hingewiesen. Es gibt hier nicht nur Hilfe zur Rückkehr, sondern auch andere Hilfen und alles ist streng vertraulich.

Den nächsten Stadtspaziergang haben wir für den 16.11. geplant. Mal sehen, wo es hingeht. Hängt auch vom Wetter ab. Werde mal nachsehen, ob im Notfall das Stadtmuseum im Haus der Kultur geöffnet ist.t

Nächster Busausflug - voraussichtlich wieder an den Chiemsee - am 23. Und 24.11. - Dieses Mal sind auch Frauen dabei. Freut mich sehr.

Heute habe ich von einer Kollegin im Franz. Kurs einen Anruf bekommen. Sie bäckt uns Kuchen als Wegzehrung. Ist doch toll.

Am Schluss habe ich noch ein tolles Lob bekommen: "Sie haben mich alle in ihrem Herzen". Ich aber sie auch.


Am Schluss blieb noch ein Jemenit da, der noch näheres wissen wollte, weil er kein Geld mehr bekommt. Aber ich habe ihm gesagt, dass er Einspruch einlegen kann. Er wird am Montag kommen, dann können wir darüber sprechen.

Die junge Frau, die uns im Internetklassenzimmer hilft, hatte ich ja zu  meinem Kollelgen geschickt, damit er sie Richtung B2/C1 puschen kann. Sie war 1 x da, hat dann aber abgesagt. Ich wollte wissen, warum. Das  ist abends, da ist es schon dunkel und alleine mit dem anderen Jemeniten aus dem Ankerzentrum will sie abends nicht unterwegs sein. Schade. Dann wollte sie noch wissen, wie sie sich auf das nächste Interview beim BAMF vorbereiten kann. Haben wir auch besprochen.

Das war dann recht knapp von der Zeit. ich war erst gegen 18 Uhr zu Hause und um 18 Uhr 30 musste ich schon wieder los zur Mitgliederversammlung. Schnell was gegessen - ich wusste ja nicht, dass es abens was zum Essen gibt - umgezogen und wieder los.

Mitgliederversammlung der Arbeitskreises Asyl

War recht gut und ich konnte auch mein Problem ansprechen. Nämlich, dass mein "Enkel" nicht arbeiten darf. Ich habe seine Situation erklärt und der Landrat hat mir 2 Namen im Landratsamt genannt, an die ich mich wenden kann. Wird gleich am Montag gemacht. ich hätte gerne heute schon angerufen

Aber ich musste heute erst mal meinen Enkel erreichen, ob er zwischenzeitlich positive Post bekommen hat. Leider nicht - ich glaube halt
immer noch an Wunder.

Es war auch der Direktor der Berufsschule da, ihn kenne ich ja von meiner Arbeit 2 Jahre in der Berufsintergrationsschule. Er kam auch gleich und hat mich begrüßt. Er will ja auch der neue Landrat werden. Den jetzigen kenne ich schon lange persönlich, aber ohne engen Kontakt. Als ich noch für die High-Society gekocht habe, war er auch 2 x Gast bei mir.

Es war insgesamt ein sehr guter Abend.  Endlich hat man mal gesehen, welche Leistungen die anderen erbringen. Wahnsinn. 2 Kollegen und ich wurden auch interviewt und konnten über unsere Arbeit erzählen.

Allerdings ist mir negativ aufgefallen, dass sich niemand mit der Gemeinschaftsunterkunft befasst hat. Kein Wunder, dass sich die Bewohner vergessen fühlen.

Das kalte Buffet war  richtig gut. Es wurde von einem jungen Syrer zubereitet, der allerdings nicht Koch ist, sondern gerade seine Gesellenprüfung zum Elektromechaniker macht.

Freitag, 08.11. Der Afghane, dem ich immer wieder mal helfe, hat sich gemeldet. Er soll jetzt bei der VHS B1 machen. Aber das ist so schwer. Ich habe ihn auch an meinen Kollegen, den er schon kennt, weitergeleitet.

Samstag, 09.11.19 - 4. Ostbayerischer Asylgipfel

der 1. Gipfel war die DB. Um nach Passau zu kommen musste ich um 7 Uhr 15, früher geht aber auch gar kein Zug ab Waldkraiburg. Ergebnis: ich kam erst nach der 1. Pause an. Und zurück musste ich auch etwas früher weg. Hat alles nichts benützt, denn auf der Strecke war ein Streckenschaden - was immer das ist - uns so standen wir fast eine Stunde in Pfarrkirchen. Entsprechend spät kamen wir in Mühldorf an, mein geplanter Zug war weg und ich muss in der Kälte über eine Stunde in der kalten Bahnhofshalle warten. Jetzt habe ich eine Erkältung - zumal in dem Veranstaltungssaal die Heizung ausgefallen war und ich daher schon sehr durchgefroren war.

Die Vorträge und die Hilfen, die wir bekommen haben, waren aber fantastisch. Und das Essen erst - gekocht von jungen Migranten - vieles arabisches, sehr sehr gut.

Dann haben sich Mitarbeiter vom Landesamt für Abschiebung und Rückführung auf die Bühne getraut. Sie sind ja bis uns Ehrenamtlern und auch bei den Rechtsanwälten nicht gerade hoch angesehen. Sie haben sich dann auch bedankt, dass wir sie angehört haben und sie die Bühne in gutem Zustand verlassen konnten. In der Pause konnte ich mich dann noch einmal mit ihnen unterhalten. Sind ja auch arme Schweine und müssen sich an die Gesetze halten. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie mit jedem Gesetz einverstanden sind.

Auf jeden Fall konnte ich sehr viel für meine tägliche Arbeit mit meinen Schützlingen mitnehmen. Habe auch sehr nette Leute getroffen. U.a. auch eine Frau von Amnestie International - auch hier kann man Hilfe bekommen.

Was mir immer wieder aufstößt, ist, wie sich manche kleiden, wie früher die Grünen. Schauderhaft. Und auch die Haare - lange Zotteln, ungepflegt.

Traurig ist, dass wir feststellen mussten, dass man als Ehrenamtler Geld in die Hand nehmen muss. Für den Anwalt, für Fahrten zu Ärzten und vieles mehr. Wer da nur eine kleine Rente hat, stößt schnell an seine Grenzen und hat dann das Gefühl, der Aufgabe nicht gerecht  zu werden. Das ist wirklich schade.

Ich konnte auch einiges erfahren, wie es mit meinem "Enkel" aus Sierra Leone weitergehen könnte. Diese Anregungen wollte ich dann gleich am Montag umsetzen.


Montag, 11.11.19 Ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal vor Freude geweint hatte. Am Morgen kam eine Mail von der Ausländerbehörde, dass er seine Ausbildung beginnen darf. Ich war total aufgelöst. So eine Freude. Ich habe mich auch gleich bei der MA von der Behörde bedankt.

Am Nachmittag kam dann einer der Jemeniten, für dessen Probleme konnte ich auch etwas aus Passau mitnehmen. Mal sehen, ob wir Erfolg haben.

Dienstag, 12.11.19 - (Enkel) Vom Anwalt kam die Mitteilung, dass wir nun den Arbeitsvertrag vorlegen sollen. der junge Mann kam dann heute Vormittag zu mir und wir haben gemeinsam den Lehrbetrieb angerufen. Ich habe mit dem Meister gesprochen und auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie der junge Mann die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsbeginn im kommenden September überbrücken kann - den Hinweis hatte ich von einem ehemaligen Lehrerkollegen bekommen. Also der Meister spricht jetzt mit der Chefin und gibt mir wieder Bescheid. Jetzt heißt es noch mal hoffen.

Computerklassenzimmer: es war wieder ein neuer da und viele Schüler, so zwischen 9 und 13 Jahren. Das finde ich super.

Einige hatten inzwischen wieder einen Transfer. Sie sind dann halt einfach weg.  Nicht von jedem und jeder habe ich eine Whatsapp Nr.

13.11.19 - heute besprochen, erstmal kein Konversations- und Integrationskurs mittwochs im Haus des Buches. Sollte wieder Interesse bestehen bei den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft, dann lassen wir es wieder aufleben,

Also der Samstag, an dem ich so geforen hatte, hat mir jetzt eine böse Erkältung beschwert, Heute musste ich schon einen Info-Abend absagen und für morgen auch alles.

Zu Dienstag 12.11. - leider hatte ich von dem Ausbildungsbetrieb keine Nachricht bekommen und dann bei einem Telefonat am Samstag erfahren, dass der Meister für 3 Wochen in Urlaub ist. Jetzt habe ich heute versucht, die Chefin zu erreichen, aber die ist heute auch nicht da. Werde ihr eine Mail senden und um einen Termin bitten. Ich brauche dazu immer meine Schwester damit sie uns in die Kreisstadt fährt. Aber sie hat nur begrenzt Zeit und manchmal kein Auto (braucht ihr Sohn). Nachmittags habe ich meist keine Zeit wegen der Kurse.

19.11.19 - Internetklassenzimmer

Nachdem ich für ein paar Tage wegen einer Erkältung - die noch immer da ist - pausiert hatte, war ich gestern wieder aktiv. Es war gut besucht, 10 Erwachsene, 6 Kinder zwischen 8 und 13. Alles Junges dieses Mal. Ich hatte ein paar Süßigkeiten dabei. Nach einer Weile kam der kleine Nigerianer und meinte "ich brauche noch was Süßes", also gab es für alle noch ein Nachschlag. Er ist aber auch ein kleiner Charmeur. Wie fast alle Nigerianer, meist erliege ich ihrem Charme. Es waren dieses Mal auch wieder 2 aus Sierra Leone da. Einer hat den gleichen Nachnamen wie mein "Enkel". Scheint so der Müller oder Schmidt zu sein.

Die Woche über habe ich versucht den Ausbildungsbetrieb (hoffentlich) für meinen Enkel an die Strippe zu bekommen. Gestern hat es dann endlich geklappt. Für Freitag Vormittag haben wir einen Termin. Man hat ihm hoch angerechntet, dass er nie in seinem Bemühen nachgelassen hat.

Dann war ich auch in Kontakt mit der Handwerkskammer. Sehr nette Leute und morgen kommt eine Dame zu mir. Sie wollte mir bei der Ausbildungsplatzsuche helfen. Ist  jetzt erst mal nicht mehr nötig. Aber ich hoffe, dass sie mir sagen kann, wo mein Schützling Nachhilfe (kostenlos) bekommen kann. Es gibt so einige Programme, leider musste ich erfahren, dass man diese Menschen aus Sierra Leone nur ungern zugesteht. Aber jetzt gebe ich nicht mehr auf.

21.11.19 - der Termin mit der Handwerkskammer wurde gerade abgesagt - schade. Ich hätte so dringend Auskunft gebraucht.


Ich bin entsetzt: beim letzten Computersprachkurs/Interklassenzimmer hat mir unsere derzeitige Kollegin aus dem Jemen gesagt, dass sie - in der Zeit ihres Studiums in Leipzig - wegen ihren Kopftuches attackiert und angespuckt wurde. Es war ein älterer Mann. Schande, Schande, Schande

21.11.19 - Integrationstalk

Es waren kommend  und gehend 12 Leute da. Syrien, Jemen und wieder jemand aus Sierra Leone (er war schon im Computersprachkurs). Ich habe ihn gefragt, was er für einen Beruf hat. "Fisherman". D.h. er ist ein sogenannter Wirtschaftsflüchtling, denn dank unserer Hochseeflotte, die in ihren Gewässern die Fische im Massen wegfischt und dank des durch uns verursachten Klimawandels ihre Strände überflutet werde und somit auch ihre Häuser, bleibt ihm nichts zum Leben. Wir wollen solche Menschen, deren Schicksal wir verursacht haben, wieder wegschicken. Er wird es hier sehr schwer haben. Wahrscheinlich wird es für ihn keine Aufenthaltsgenehmigung geben.

Ich habe ihnen den Zeitungsartikel über unsere Arbeitskreis Asyl - Mitgliederversammlung vorgelesen, vor allen Dingen das dick gedruckte " ich wurde noch nie so viel umarmt und geküsst". Das hatte ich ja im Interview gesagt. Sie haben sich sehr darüber gefreut und waren glücklich als ich ihnen sagte, dass ich es sehr hoch schätze, dass sie so liebevoll sind.

Dann habe ich die Kontoführungsgebühren angesprochen, die zum Teil unverschämt hoch sind. Sie sollen handeln, die meisten sind ja Araber, auch wenn es dafür kein Kamel gibt. Großes Gelächter.

Über den 4. Asylgipfel in Passau habe ich auch ein wenig berichtet, mehr kommt beim nächsten Mal. Dieses Mal war mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Chancen in Deutschland bleiben zu dürfen, bei einer Ausbildung bei ca. 80 % liegen, bei Aufnahme einer normalen Arbeit nur bei 20 %. Da kann es sein, dass sie trotz guten Einkommens und guten Sprachkenntnissen wieder in ihre Heimatländer  zurück müssen. Ausbildung ist bei uns nicht ans Alter gebunden, geht also auch noch mit 40.

Nachdem nicht nur ich erkältet bin, sondern einige mehr, der Hinweis "Hände waschen", gerne 10 x am Tag. Immer wenn sie Türklinken oder Einkaufswagen angelangt haben. Das gilt aber nicht nur für die Erkältungszeit. So manch einer geht auf die Toilette, putzt sich den Hintern ab, aber wäscht sich nicht die Hände. Habe ich bildlich vorgeführt. War wieder ein Spaß.

Wie immer wurde über unser Grundgesetzt gesprochen: Thema wieder einmal "schwul". Es mag für sie eigenartig sein, trotzdem müssen sie es akzeptieren. Einwand: in der Bibel und im Koran steht, dass Gott Adam und Eva geschaffen hat, also Mann und Frau.

Bibel = Religion und Glaubenssache. Es gibt aber die Wissenschaft und Evolution. Glauben heißt ja nicht, Fakten zu leugnen.

Wir sind recht einvernehmlich weiterhin zusammen gesessen.

Und natürlich haben wir über unsere kommenden Ausflugsfahrten am Wochenende gesprochen. Das erste Mal fahren auch Frauen mit. Ich warte jetzt noch auf die Namenslisten.

Einer  ist dann etwas länger geblieben, weil wir Klage einreichen wollen, dass er im Ankerzentrum überhaupt kein Geld bekommt, ist eine neue Regel, steht aber gegen unser Grundgesetz und daher kann dagegen geklagt werden. Kosten fallen keine an, weil es hier Prozesskostenhilfe gibt. Ich werde jetzt alle Unterlagen an die Anwältin senden, die das alles auf den Weg gebracht hat. Tolle Frau.

Neues Projekt - gesunde und bezahlbare Ernährung für unsere Schützlinge

Um die Mittagszeit habe ich dann eine Dame in der Kreisstadt angerufen, die über das Landratsamt meine Adresse haben wollte. Sie arbeitet auch im Ehrenamt und  wurde wegen  - ja wegen was - an mich verwiesen. In der Zwischenzeit hatte sie diesen Blog  hier schon ausfindig gemacht und so brachte sie ein interessantes Projekt ins Gespräch. Ehrenamt und Ernährung für Flüchtlinge. Wir haben uns ausgetauscht - leider musste ich zum Franz. Kurs -

evtl. erarbeiten wir ein kleines Kochbuch, hochwertige Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen. Eiweisshaltig und Vit. D - haltig.

Sie wollte auch mehr über unser Sprachprojekt wissen, da habe ich sie an unseren Oberhäuptlich verwiesen. Er wird sie anrufen.

22.11.2019 HURRA HURRA HURRA

ich war mit meinem "Enkel" beim Ausbildungsbetrieb in Mühldorf. Ja, er bekommt einen Ausbildungsvertrag mit einer vorausgehenden Qualifikation. Start im Januar und im September startet dann die eigentliche Ausbildung.  In den nächsten Tagen kommt der Vertrag in die Filiale hier in Waldkraiburg, damit er ihn unterschreiben kann. Zur Arbeit muss er dann nach Mühldorf. Das werden lange Tage.

Zu unserem Gespräch wurde ein junger Afghane hinzugebeten, damit er etwas über die zusätzlichen Nachhilfe-Angebote sagen kann.

Wir haben auch einige zukünftige Kollegen getroffen, die meinen Enkel schon vom Praktikum kennen, sie waren alle sehr erfreut, dass er jetzt anfangen darf.

23.11.19 - Ausflug an den Chiemsee und nach Wasserburg/Inn

Wenn Engel reisen - traumhaftes Wetter. Allerdings ist der Tag sehr stressig gestartet. Am Donnerstag hatte mir unser 2. Bürgermeister die Schlüssel und die Papiere für den 9-Sitzer in der Briefkasten geworfen - dachte ich zumindest. Als ich dann Samstag Morgen in die Tasche hineingeschaut hatte, war kein Schlüssel drin. Scheiße!!!!! was nun. Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt. ich bin inzwischen zu Fuß zum Ankerzentrum - einmal quer durch die Stadt - gegangen, hatte eine Nachricht geschickt, dass sich alles verzögert. So peinlich, immer erzähle ich, dass man pünktlich sein muss. Sie dachten, dass ich krank geworden bin, denn "Eva kommt immer pünktlich". Meine Schwester blieb inzwischen beim KJR und doch tatsächlich jemand getroffen - normalerweise ist samstags niemand da. Dann gab es aber keinen Schlüssel. Die letzten Fahrerin hatte den Schlüssel mit nach Hause genommen. Zum Glück gab es eine Notschlüssel mit dem man allerdings den Tankdeckel nicht aufsperren kann. Also Sprit sparen. Mit einer Stunde Verspätung ging es dann los. Meine Kollegin aus dem Franz.kurs hatte inzwischen auch den Kuchen gebracht. Sehr gut.

Dann gings an den Chiemsee nach Prien, schöner konnte es kaum sein. Wir haben dann dort so gegen eins mitgebrachter Esse verzehrt, ich habe mal probiert, was sie dabei hatten. Wow so scharf. Ich esse auch gerne scharf, aber das!!

Danach sind wir nach Wasserburg in das Heimatmuseum gefahren. Hat ihnen sehr gut gefallen, sie wollten gar nicht mehr raus. Um 16 Uhr 30 waren wir dann wieder beim Camp. Teilnehmer waren nur Jemeniten - 4 Frauen, 3 Männer

24.11.19 - Ausflug nach Burghausen

einer von den geplanten 7 ist krank geworden, so ist eine der Frauen, die schon gestern dabei war, mit gefahren. Sie  wollte nur hallo sagen. Als sie dann merkte, dass einer fehlt, hat sie gefragt, ob sie noch mal mitfahren darf. Sie durfte. Wir waren dann auf der längsten Burg der Welt. Dort gab eine Bilder Ausstellung der etwas anderen Art - Modern Art - toll. Von diesen Räumen auf der Burg hat man auch einen herrlich BLick auf den Wörthsee.

Ich habe da gezeigt,, dass es in dem See auch Winterschwimmen gibt. Frage ist das nicht sehr kalt? Doch - max. 1 cm. Sie kennen natürlich nicht, was damit gemeint ist. Ich habe es anderen Frau erklärt, aber sie war wohl zu gschamig (verschämt) es ins arabische zu übersetzen. Sie fand es aber sehr witzig.

Aber jetzt kommts- meine Truppe war schon wieder draußen, da kam die Dame der Künstlerkreise auf mich zu - auch eine ältere Dame, die da ein bisschen aufpasst- auf jeden Fall hält sie mich auf und drückt mir 50 Euro in die Hand, damit ich mit meiner Gruppe ins Café gehen kann. Wahnsinn - manchmal sind wir richtig toll. Sie selbst kümmert sich seit 4 Jahren um eine 4-köpfige Afghanische Familie. Ich habe dann alle zurückgerufen, wir sind noch mal rein und sie haben sich bedankt und Fotos gemacht.

Dann sind wir in die Stadt runter und in ein kleines Lokal, ich habe gefragt, ob wir Platz bekommen - natürlich - bitte für jeden einen Cappuccino. Nächste Frage ist es möglich, dass wir uns 4 Flammkuchen teilen? Ja auch das geht. Sehr sehr nett. Der Junge aus Sierra Leone saß mit strahlenden Augen da.

"Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich in einem Restaurant bin"

Dann sind wir an der Salzach entlang und da gibt es eine wunderbare Bar, die allerdings nur abends geöffnet ist. Aber auch draußen gibt es viel zu sehen. Der Besitzer ist ein Glaskünstler - macht herrlich Fliesen und vieles mehr. Seine Keller hat die ältesten Wände der Stadt. Mehr als 1000 Jahre alt.

Als wir draußen Fotos gemacht haben, kam der Besitzer zufällig vorbei und hat uns aufgesperrt, damit wir alles sehen können. Sie waren begeistert.

In Burghausen bildet ja sie Salzach die Grenze zu Österreich - also sind wir husch husch schnell mal über die Brücke bis zur Mitte - wenigstens 1 Fuß in Österreich. Sie haben ja alle Residenzpflicht und dürfen Bayern nicht verlassen. Auf der Brücke war eine nackte Männerstatue und an der konnte ich erklären, dass der Mann nicht im kalten Wasser war - alles noch in Originallänge. Wir hatten viel Spaß.

Als wir wieder beim Auto waren, fragten sie, ob wir nicht irgendwo noch sitzen können. Sie möchten gerne ihr mitgebrachtes Essen verzehren. Also geschaut, wo Bänke sind und dann haben wir dort noch mal Pause gemacht. Und wieder war es höllisch scharf.

Heute waren es 2 Sierra Leoner, 1 Syrer (Schlitzohr heißt er bei mir), und 4 Jemeniten, davon 1 Frau.

26.11.19 - Internetklassenzimmer

11 Erwachsene, 6 Kinder/Jugendliche - während die Erwachsenen brav Deutsch lernen, schaut die Bubenbande gerne schräge Videos. Ist da ein Mist zu sehen, ich kenne so was ja gar nicht.

Einer der Männer aus Sierra Leone konnte nicht kommen, am Sonntag war er nich mit auf dem Ausflug und am Montag lag er im Krankenhaus. Bauchschmerzen. Blinddarm

Der ganz junge Mann (16 Jahre) aus Sierra Leone war aber da und ich hatte meinen Sierra Leonischen Enkel gebeten auch zu kommen und diesem jungen Mann zu erzählen, wie es ihm gegangen ist in den fast 4 Jahren, die er hier ist. Dieser Junge müsste einen Anwalt haben, damit dieser darauf dringt, dass festgestellt wird, dass er nicht 18 sondern erst 16 Jahre alt ist. Allerdings bekommen sie im Ankerzentrum nur 90 Euro - manche gar nichts mehr - davon ist der Anwalt nicht zu bezahlen. Und es ist so, dass das BAMF nachweisen muss, dass er 18 Jahre alt ist. Das haben sie bisher nicht gemacht. Er muss dringend in eine Jugendeinrichtung. Da könnte er dann auch in eine Berufsintegrationsschule gehen. Das wird ihm jetzt alles vorenthalten.


Gerade kam eine E-Mail vom zukünftigen Ausbildungsbetrieb meines "Enkels": Hallo Frau Schnitker, gute Nachricht - Arbeitsamt und Ausländerbehörde sind sich einig. I. kann an Januar mit dem EQ (=Einstiegsqualifikation) anfangen.

Integrationstalk am 28.11.19

Meine Themen:

In Bayern kann jetzt der Aufenthalt in einem Ankerzentrum bis zu 2 Jahren dauern. Sie waren entsetzt.

Dann habe ich Ihnen aufgezeigt, wer wann und unter welchen Voraussetzungen EVTL. mal arbeiten darf.

U.a. sind gute Sprachkenntnisse nötig. Es werden aber viele an Orte verlegt, wo gar keine Sprachkurse angeboten werden. Siehe unten.

Wieder einmal habe  ich Ihnen erklärt, dass sie das Wasser aus der Leitung trinken können. Das Geld für Mineralwasser sollten sie
sich sparen und endlich aufhören  Säfte und anderen süßen Kram zu trinken. Zitrone oder Orange ins Wasser gepresst ist viel besser.

Und sie sollten mindestens 2 Liter Wasser trinken, die Leute, die ins Fitness-Studio gehen bis zu 3l. Anlass war zum wiederholten Mal,
dass einer wegen Blinddarmreizung ins Krankenhaus musste.

Unsere Ernährung ist für ihr Verdauungssystem schon schwierig genug, wenn sie dann nicht genug trinken, kann das zu großen
Problemen führen.

Plastik, vor allen Lebensmittel in Plastik verpackt, war auch ein Thema. Sie sollten auch kein Geld für Fertigessen ausgeben, und
zumindest darauf achten, dass es nicht in Plastik verpackt ist.

Dann kam M. (der das Bild von mir gezeichnet hat) mit der Adresse, zu der er am kommenden Donnerstag mit seiner Frau umziehen muss. Helle
Panik. Ist ein Minidorf im Landkreis Freising/Erding. 14 km bis zur nächsten Einkaufsgelegenheit, weit und breit keine Sprachkurse. Ob man das nicht ändern kann. Nein, kann man nicht. Ja, das haben ihm die Leute vom Camp auch schon gesagt. Er ist fertig. Der Bus fährt auch nur zu Schulzeiten, d.h. in den Ferien gar nicht.

Wie kann man da Leute hin verlegen? Es sind nur 5 - 6 Häuser. Integrationsangebote sehen anders aus.

Eine, sie war auch am Samstag mit, kam 10 Minuten vor Schluss und wollte dann meine Unterschrift. Nein, eine Stunde sollte sie schon
anwesend sein, ich mache mir ja schon zuhause Gedanken, was ich ihnen näher bringen will und erwarte dann auch, dass das anerkannt wird. "Eva, am Samstag warst Du netter".

Nur nett wird ihnen nicht helfen für ein Leben hier in Deutschland.

Die beiden Ausflugsgruppen haben erzählt, wie es ihnen gefallen hat. Gestern waren wieder welche da, die ich schon lange nicht mehr
gesehen hatte und auch 2 neue. Es kommen immer mehr Palästinenser aus Israel.

Einem Jemeniten habe ich dann die Unterlagen überreicht, die ich für ihn an die Anwältin in Passau geschickt habe, damit er Geld bekommt.
Diese Klagen sind kostenlos, kein Geld auszuzahlen verstößt gegen unser Grundgesetz.

Dann kam einer der Sierra Leoner (MS) , er war am Sonntag mit und dann 3 Tage im Krankenhaus wegen Blinddarmentzündung, und brauchte
Hilfe. Das haben wir dann nach 17 Uhr angehängt. Er hat seinen Negativbescheid bekommen. Was tun?

Er schickt jetzt erst mal den Einspruch ab. Der muss bis nächsten Mittwoch in München sein, da helfen sie ihm wohl im Camp. Ich habe
seine Unterlagen fotografiert und gleich noch gestern Abend zum Anwalt geschickt. Aber noch keine Antwort bekommen.

Ich habe MS aber auch empfohlen, über die Freiwillige Rückkehrhilfe nachzudenken. Um 18 Uhr war ich dann geschafft  zuhause.

29.11.19 - ich habe jetzt mit bekommen, dass er nicht weiß, wie er den Einspruch machen soll. Also kommt er morgen zu mir und wir machen das gemeinsam. Da ich ihn noch nicht so genau kenne, habe ich meinen "Enkel" gebeten, auch zu kommen.So als Bodyguard. Macht er gerne.

30.11. - Wir hatten uns heute wieder auf dem Wochenmarkt getroffen - machen wir öfters am Samstag - ich habe ihm ein paar Trockenfrüchte und eine Grapefruit spendiert und im Café Cappuccino und Apfelstrudel mit Eis und Sahne und vielen Früchten. Das hat ihm sehr geschmeckt.


Dann kam gestern Abend noch eine Whatsapp von einer guten Bekannte, die sich auch immer engagiert, aber zum AK Asyl in Mühldorf gehört. Sie hat mir schon öfters geholfen, wenn es um franz. sprechende Flüchtlinge ging und wir waren auch schon öfters gemeinsam auf Fortbildungen.

Sie wurde von einer Sozialarbeiterin aus der Gemeinschaftsunterkunft angesprochen, ob sie dort nicht Deutschunterricht geben will. Was soll das? wir waren mit unserem Sprachangebot in der Bücherei genau gegenüber und haben es aufgegeben, weil niemand gekommen ist und uns die Sozialarbeiter nicht unterstützt haben. Manchmal kann man sich nur wundern, Aber ich weiss von den Leuten dort und auch aus dem Ankerzentrum, dass sie von den Sozialarbeitern kaum Hilfe bekommen. Meine Bekannte wollte nun wissen, ob  ich sie coachen könnte. Könnte ich, aber ich habe keine Lust dort hinzugehen. Ich werde sie an meinen Kollegen verweisen.

01.12. - ich habe mit meiner Bekannten telefoniert und sehe jetzt klarer. Sie hatte Lehrlingsbetreuung ab Januar angeboten. Allerdings hat die Gemeinschaftsunterkunft zur Zeit keine Lehrlinge da wohnen. Da sind mindestens 30 junge Leute, die eine Lehre beginnen könnten, aber man läßt sie ja nicht. Und in den Deutschunterricht sind sie ja auch nicht mehr gekommen. Zum Teil verständlich, warum sollten sie die Sprache lernen von einem Land, das sie nicht will. Aber, wenn sie  in die Kurse kämen, könnte ich ihnen erklären, warum das trotzdem sinnvoll wäre. Jede Sprache ist ein Gewinn und extrem wichtig. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Deutschen in alle Länder fahren, die Leute angaffen wie im Zoo, aber sie nicht hier haben wollen.

Dann sollen sie  wenigstens ihr Geld bei einem Deutschsprechenden Afrikaner oder sonst wem lassen.


Am Nachmittag kamen dann 2 Sierra Leoner, einem habe ich ein Schreiben ans Verwaltungsgericht aufgesetzt. Einspruch gegen den Negativbescheid.

Der andere ein sehr junger Mann hat sich gefreut, dass er mitkommen durfte. Für ihn hábe ich heute die Caritas angeschrieben, damit er da einen Termin bekommt. Irgendwie muss sich doch beweisen lassen, dass er erst 16 Jahre alt ist. Er muss unbedingt Jugendgerecht untergebracht und versorgt werden.

Ihm ist dann ein Malheur passiert. Kaffee umgeschüttet. Kann vorkommen, gibt schlimmeres.

.02.12. - Caritas angeschrieben, Anwalt angerufen

Also wir können heute um 14 Uhr die Papiere des Sierra Leoners bringen und gleich eine Vollmacht unterschreiben und sollen gleich Geld mitbringen,

Mach ich, mein Schützling hat noch kein Geld bekommen.

Inzwischen war er da und hat mir schon mal alle Papiere gebracht. Den Einschreibebrief hatte er immer noch dabei, er hat die Post nicht gefunden. Na, nun ist es auch egal. Wir haben ja den Anwaltstermin. Allerdings nur bei der Sekretärin, aber das ist besser als nix. Meine Schwester und ich holen ihn um 13 Uhr 30 am Ankerzentrum ab.

Bei der Gelegenheit hat er mir gesagt, dass der junge Mann auf einem Boot übers Mittelmeer war, das Feuer gefangen hatte. Sein ganzes rechtes Bein ist verbrannt. Ich hatte mich schon gewundert, warum er so schlecht läuft.


Einer der Uganderer, dem ich auch geholfen hatte, ist immer noch in Kontakt zu mir, er hat auch im Herbst eine Ausbildung anfangen dürfen. Zur Zeit besucht ihn seine Schwester in Deutschland. Jetzt versuchen wir einen Termin zum Skypen zu finden, sie wollten mich eigentlich hier besuchen, weil sie mich kennenlernen wollte. Aber dafür jetzt ihr Geld nicht mehr.

Der andere Ugandaer, der nach seiner letzten OP ein paar Tage bei mir zum Aufpäppeln verbracht hatte, wurde am Freitag operiert, seine Nase wurde gerade gestellt, damit er besser atmen kann - auch verursacht durch die Kieferverformung. Er hat Bilder geschickt. Oje schaut er aus. Es tut so weh hat er mir geschrieben. Aber heute bekommt er schon besser Luft.

03.12. - Computerklasssenzimmer

keine besonderen Vorkommnisse - wieder einige Kinder da. Das ist wunderbar.

05.12. - Integrationstalk

bei den alten Griechen wurde der Überbringer schlechter Nachricht erschlagen oder ähnliches. Ich hatte Glück, ich lebe noch.

Fast nur negatives heute:

Ich habe erklärt - zum 1000. Mal - ohne Deutsche Sprachkenntnisse und ohne Akzeptanz unserer Regeln wird es hier verdammt
schwer. Aber zum Glück wurden die Erziehungskurse vom Gericht als nicht in Ordnung beurteilt.


Nach einem Transfer sollten sie versuchen, sich in der Gemeinschaft einzubringen. Evtl. gemeinsames Kochen anregen.

Wieder mal das Wohnungsproblem angesprochen. Auch Leute mit Arbeitseinkommen finden nicht unbedingt eine Wohnung. Viele Leute leben auf der
Straße. Große Städte sorgen für warme Schlafplätze und Wärmeautos mit warmen Essen.

Ich habe Ihnen von Malaika erzählt. Erst seit sie Weltmeisterin im Weitsprung ist - ist sie Deutsche - vorher war sie die Schwarze.

Ihnen fiel dann gleich Ösil ein, der auch sagte, wenn wir gewinnen, bin ich Deutscher, wenn wir verlieren Türke.

Abschiebungen: Heute in der Zeitung: 44 Leute wurden nach Afghanistan abgeschoben. Darunter 27 Straftäter - das ist für mich ok. Aber die
anderen 17? Im 1. Quartal 2019 wurden 1200 getötet und 3100 verletzt. Wir nennen das ein sicheres Land.!!!!!

Grenzkontrollen - es  finden immer Grenzkontrollen statt, auch im Land - wer  abgeschoben war, darf für eine gewisse Zeit nicht wieder einreisen. Wer es vorher tut und erwischt wird, muss mit 3 Jahren Gefängnis rechnen.

Dann hatte ich bei der Caritas wegen Rückkehrhilfe bei freiwilliger Rückkehr nach Sierra Leone gefragt. Gibt es nicht, weil Sierra Leone seine Leute nicht zurück nimmt. Das ist schon verdammt traurig. Es kommen immer mehr Leute aus Sierra Leone.

Wir haben statt einem Stadtspaziergang im Dezember beschlossen, am Samstag auf den Christkindlmarkt zu gehen. Wir treffen uns um
16 Uhr an der Sparkasse, für mich gibt es echten Punsch, für sie Kinderpunsch - bäh.

Da war erst mal für heute Schluss. Geblieben sind noch 3 wegen persönliches Probleme

S. hatte dann noch ein paar Fragen zu ihrem Handyvertrag

M.B., Sierra Leone - für ihn habe ich einen Termin bei der Caritas für nächsten Mittwoch vereinbart. Wir gehen da zusammen hin. Er sagt,
dass er erst 16 ist, das BAMF sagt 18. Papiere hat er keine. Er war auf einem Schiff, dass bei der Überfahrt von Marokko nach Spanien gebrannt hat. Seine
Beine und ein Teil des Körpers hat Brandwunden, hier kümmert sich niemand darum. Ich hoffe, dass man uns  bei der Altersfeststellung helfen kann
und vielleicht weiß er auch einen Arzt, der sich ehrenamtlich der Brandwunden annimmt.

M.S., Sierra Leone - mit ihm war ich beim Anwalt und hatte auch am Sonntag mit ihm eine Klage fürs Verwaltungsgericht verfasst. Der
Anwalt  war zwar nicht persönlich da, aber  wir haben eine Vollmacht da gelassen. Der Anwalt sieht aber nicht viele Chancen - ist ein Dublin-Case. Bis
morgen will ich Nachricht von M., ob die Klage aufrecht erhalten werden soll. Die erste Anzahlung beim Anwalt habe ich gemacht.

noch etwas zum Integrationstalk: wir haben auch ein paar Wörter Bayerisch geübt. Griaßdigod. gäh weida

06.12. - es kam die Nachricht von MS - er möchte die Klage aufrecht erhalten. Ich soll ihm helfen. Das wird leider nichts werden, ich habe ja keinerlei Einfluss.

Besuch auf dem Christkindlmarkt am 07.12.19

Wir haben uns - noch bei Regen - um 16 Uhr bei der Sparkasse getroffen. Insgesamt 12 Leute, 9 x Jemen, 2 x Sierra Leone, 1 x ich.

Für mich war schön zu sehen, wie sehr sie sich über den Nikolaus und das Christkind gefreut haben, und dann durften sie auch noch Fotos
machen. Und wieder ist ganz klar, wir sind alberner als die Muslime. Der Name muss nicht geändert werden. Ganz begeistert waren sie auch von dem aufgebauten Stall zu Bethlehem.

Sie wollten aber wissen, warum ich auf den Weihnachtsmarkt gehe, wenn ich doch von Kirche und Religion nichts halte. Das ist ja nur meine
Einstellung und ich wollte ihnen eine Freude machen. Ist gelungen.

Was ich mir denn auf dem Markt kaufen würde -Frage kam, als  wir im Rathaus mit der großen Ausstellung (an Grusch und Krempl) waren. Ich würde mir gar nichts kaufen, da sind nur Sachen, die keiner braucht. Sie haben sich aber sehr gefreut, eine andere Sprachpatin da zu treffen.

Dann haben ich beim AWO-Stand Mäuse gekauft und beim Waldkraiburg-Stand Glühwein ohne und mit Schuss (der war für mich). Das ist ein
teurer Spaß. Mach ich nächstes Jahr nicht noch einmal.

Ach ja Maroni habe ich auch noch gekauft. Sie selbst haben sich Pommes Frites geholt. Ich habe auch welche bekommen. Leider

Auf die Rauhnachtgeister haben wir aber nicht gewartet.
Wir sind dann noch in den Syrischen Lebensmittelladen gegangen. Da bekommen sie Fleisch  Halal. Mir haben sie Kichererbsen zum Knabbern gekauft,

Da habe ich erfahren müssen, dass sie halal über die Qualität des Fleisches stellen. Wir wollten ja mal zusammen kochen und ich wollte BIO-Huhn vom Markt holen - das geht nur, wenn es halal ist. Muss ich mich mal erkundigen.

Heute habe ich ein paar Bilder bekommen mit den Rauhnachtfürsten, d.h. 2 sind noch da geblieben.

Kaum war ich zuhause, kam eine Nachricht von 2 früheren Schülern der Berufsintegrationsschule: Eva wo bist Du? Wir sind auf dem
Weihnachtsmarkt. (einer aus Mühldorf, der andere aus Ampfing) Ich war aber zu faul nochmal rauszugehen. Die Nachfrage hat mich aber sehr gefreut.


10.12.19 - Computerklassenzimmer

keine besonderen Vorkommnisse - nur ich habe immer noch Probleme mit dem Notebook, die ohne Maus zu bedienen sind. Das kann ich nicht.


11.12.19 - Morgens war ich mit dem sehr jungen Mann aus Sierra Leone bei der Caritas, wir brauchen Hilfe bei der Altersfeststellung. Das ist nich einfach. Ich habe zwar eine Kontaktadresse bekommen und da hat der Kollege von der Caritas auch angerufen, aber auch die brauchen Papiere. Die ewige Leier.

Auf dem Weg durch die Wüste und übers Meer ist das Überleben wichtig. Papiere sind auch schnell weg. Er war ja auf einem Boot, das abgebrannt ist. Alleine an den Hautverbrennungen - Rücken und rechtes Bein, sehr schlimm - kann man sich ausrechnen, dass das auch Papiere nicht überlebt haben.

Der Mann (Sozialpädagoge, 20 Jahre in der Flüchtlingsbetreuung tätig)  von der Caritas ist auch der Meinung, dass es sich um einen Jungen und nicht im einen jungen Mann handelt. Trotz allem er muss sich jetzt um Papiere kümmern.

Ich habe für ihn Salbe und spezielle Seife zur Behandlung seiner Brandwunden besorgt. In der medizinischen Versorgung für noch nicht anerkannte FLüchtlinge ist das nicht vorgesehen. Wenn man sein Alter akzeptieren würde, käme er in eine andere Unterkunft mit ordentlicher medizinischer Betreuung.

Aber wir haben ja depperte Ehrenamtler, die werden das schon machen.


Am späten Vormittag - einmal quer durch die Stadt - hin und zurück ca. 7 km - bin ich mit meinem "Enkel" zum Unterschreiben der 1. Stufe des Ausbildungsvertrages gegangen. War ein sportlicher Tag für mich.


Integrationstalk am 12.12.2019

 

Feststellung: Kinder, speziell kleine ungezogene können schon sehr nerven. Beim  nächsten Mal muss ich klar machen, dass das
nicht der richtige Ort für Kinder ist.

Das blöde daran ist, dass dann auch die Mütter nicht kommen. Allerdings mit Kindern hören sie nicht zu. Bringt also nichts.

Bevor es  los ging hatte die junge Frau, die uns in den Sprachkursen holft noch Fragen. Sie sucht eine Wohnung in
München. Sie könnte ein Praktikum als Krankenschwester in Großhadern beginnen. Da gibt es aber kein Geld und auch kein Schwesternzimmer. Sie soll sich beim JobCenter erkundigen, ob es einen Zuschuss gibt, bzw. überhaupt Unterhalt. Sonst kann sie das vergessen.

Also war wieder mal ein Punkt die Wohnungssuche. Ich habe ihnen den Artikel aus dem OVB (unsere Zeitung hier) gezeigt, wo ein ehemaliger Flüchtling, jetzt schon 10 Jahre in Deutschland, dunkelhäutig, eine Wohnung gesucht hat und als Afrikaner abgelehnt wurde. Er hat dagegen geklagt und Recht und 1000 € bekommen. Begründung des Vermieters: Er hatte schon mal einen türkischen Drogendealer im Haus. Gericht: Kriminelle Taten werden von Personen begangen, nicht von Nationalitäten. Diese Aussage hat meine Schützlinge sehr gefreut.

Am 09.12. war  auch ein Artikel in der Zeitung über Hass Ausländern gegenüber. Das haben sie auch schon erlebt. Umso schöner waren unsere Ausflüge, Spaziergänge, Konzerte - es gab nur positive Begegnungen. Egal, ob in Waldkraiburg oder wo anders.

Dann bin ich auf die Feiertage eingegangen: Es gibt Urlaub (Arbeitu), es gibt Ferien (Schule), und Feiertage - gesetzliche und religiöse.

Öffnungszeiten der Supermärkte über die Feiertage.

Was ist Silvester - was halten sie von der Böllerei? Das ist hier super, macht Spaß.
Umweltverschmutzung ist für sie kein Thema. Allerdings als  ich gesagt habe, wie viele Millionen da in den Himmel geschossen werden, waren sie doch negativ erstaunt. Dass das so teuer ist dachten sie nicht. Sie wären aber sehr enttäuscht, wenn das verboten würde.

Dann habe ich erklärt, was mir nicht passt und was auch nicht geht, wenn sie hier was erreichen wollen: z.B. wie heute: nicht pünktlich sein, dann mehr aufs Handy gucken, als zu zuhören. Sie haben genug Zeit zu daddeln, wenn sie wieder raus sind.  Dann ging es rein und raus. In der Küche war noch Pizza übrig geblieben, also wurde die Pizza geholt. Es wird nicht während so eines Treffens gegessen. Ich esse ja auch nicht, was sie allerdings auch nicht verstanden haben. meine Dolmetscherin  ist dann auch davon -??? - sie muss jetzt beten gehen.

Macht sie das im Krankenhaus  auch. Patient fallen lassen und beten?

Das wird das nächste Mal noch ein Thema!!!!!!!!

Nachdem heute in der Zeitung stand,  wie viele  Namen es in Deutschland für Frikadellen gibt, war das auch noch ein Thema - im ganzen arabischen Raum heißen die Dinger Köfte (mit kleinen Abwandlungen). Bei uns gibt es, inkl. Schweiz und Österreich 13 verschiedene Namen. Bei mir heißen sie Buletten. Warum? Weil ein Teil meiner Familie aus Berlin kommt. Aber faschierte Laberl kenn ich auch. Mein Vater war Wiener. Sie fanden das sehr komisch.

Dann kam ein junger Mann aus Jordanien, er kommt  immer nur,  wenn er Probleme hat. Dieses Mal war es seine Freundin, die er hier kennengelernt hat. Sie hat 2 kleine Mädchen. Die  haben meine Nerven strapaziert.

Eigentlich wollte er meine Dolmetscherin zum Übersetzen haben (er kann weder Englisch noch Deutsch und wir kommunizieren normalerweise mit
dem Übersetzer auf dem Handy). Sie  war aber beten. So kam er dann mit einem anderen Campbewohner, der schon recht gut Deutsch spricht.

Also die Freundin war für 2 Tage  im Krankenhaus und hat dort Beruhigungstabletten mit nach Hause bekommen. Die will sie aber nicht, sie will Naturmedizin. Das ist in der Notversorgung für Flüchtlinge nicht vorgesehen. Auch ich muss mehr Krankenkassenbeiträge bezahlen, wenn ich
Naturmedizin haben will.  Sie soll zur Apotheke gehen und sich etwas Ähnliches als Naturmedizin geben lassen oder einen Beruhigungstee kaufen. Muss sie aber selber bezahlen. Sie sind "unfroh" abgezogen. Vor allen Dingen als ich sie auch noch darauf hingewiesen habe, dass die Kinder ihre Pfoten von den Dingen im Raum lassen sollen.

Zum Schluss kamen dann noch 2 sehr nette junge Jemeniten zurück - einen davon habe ich bei einem Kollegen im Deutschunterricht für B2 untergebracht und der andere ist der, der gerne bei einem Gymnastikkurs mithelfen würde. Sie haben mir ein Weihnachtsgeschenk gebracht. Und dazu eine
liebe Karte, hat mich sehr gefreut. Habe auch nicht gesagt, dass ich solche Schokolade nicht esse. Immerhin ist es Lindt. Er hatte mich vor einigen Tagen
gefragt, welche Schokolade er kaufen solle für eine Freundin. Da habe ich zu 80 %ger Lindt geraten. Er hat dann aber was anderes gekauft - für mich. Was er versandt hat, weiß ich nicht.

Zum Verpacken für Versand hatte ich ihm zu Luftpolsterfolie geraten. Hat er aber nicht verstanden. Ich hatte dann heute etwas dabei. Hat er sich mitgenommen.

Ich bin dann ganz zufrieden nach Hause gegangen.


















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Schnitker Eva
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